Sonntag, 10. Mai 2009

Kulturmarketing in Zeiten der Rezession

Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, Februar 2009
Die Wirtschaft der USA steckt tief in der Rezession und Kulturinstitutionen sind nicht nur direkt in den drei dominierenden Einnahmebereichen durch größere Zurückhaltung der Besucher bei Ausgaben, deutlich geringere Erträge aus Stiftungskapital und weniger Spenden betroffen, sondern auch durch den Ausfall von Ehrenamtlichen Mitarbeitern, die durch Corporate Volunteering Programme von Firmen unterstützt wurden.
Der in Zeiten der Rezession propagierte Rückzug auf Kernkompetenzen bedingt auch für Kulturinstitutionen den Fokus auf Kommunikation mit Kernzielgruppen: Abonnenten, regelmässige Besucher, langjährige Spender und Sponsoren. Dies kann durchaus als Chance verstanden werden. Werbeplätze und –zeiten sind so günstig wie seit Jahren nicht mehr, insbesondere nachdem Werbepreise im Herbst zunächst durch die Präsidentschaftskampagnen und dann durch das Weihnachtsgeschäft vielerorts in unbekannte Höhen gestiegen waren. Präsident Obama’s beispielhafte Medienkampagne trieb Werbepreise derart in die Höhe, dass selbst grosse Konzerne dazu veranlasst waren, Werbekampagnen zu verzögern. Im neuen Jahr stellt sich die Situation ganz anders dar und Werbeflächen bleiben vielerorts leer. Jetzt bietet sich die Gelegenheit günstig zu kaufen und neue Kommunikationsmittel und –wege zu testen. Im Idealfall haben diese neuen Ansätze beim nächsten Konjunkturaufschwung die Testphase durchlaufen und können so im Rahmen eines optimierten Marketingprozesses voll eingesetzt und genutzt werden.
Kulturprodukte haben in dieser Zeit gegenüber anderen Artikeln einen grossen Vorteil. Konsumenten kaufen in Zeiten der Rezession Produkte, von denen sie sich einen nachhaltigen Wert versprechen, der über den unmittelbaren Konsum hinaus geht. Und das ist ein Wert, welcher der allgemeinen Auffassung nach Kulturprodukten inhärent ist. Wer es versteht, dies erfolgreich zu kommunizieren, wird in der Lage sein, den negativen Einfluss von zurückgehenden Besucherzahlen und Spenden deutlich zu verringern und sich darüber hinaus für den in der Zukunft erhofften Konjukturaufschwung gut zu positionieren.

Freitag, 1. Mai 2009

Cross Generational Communication

Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, Dezember 2008
Seit einigen Jahren arbeiten vier Generationen gemeinsam an Amerikas Arbeitsplätzen: die sogenannten Traditionalists, Baby Boomers, Generation X und Generation Y. Dieser Mix von Generationen im Berufsleben hat viele Fragen insbesondere in den Bereichen Führung und Kommunikation aufgeworfen.
Sowohl die National Performing Arts Association als auch die American Museum Association widmeten dem Thema „Cross Generational Communication“ während ihrer 2008 Konferenzen diverse Vorträge, Seminare und Workshops. Die Vertiefung des Themas wird in einer Phase aufgegriffen, in der ein Grossteil der amerikanischen Kulturinstitutionen vor einem Führungswechsel steht. In diesem Jahr gehen die ersten Baby Boomers in Rente und an ihre Stelle wird die zahlenmässig schwächere Generation X treten.
Zunächst einmal geht es darum Generationsunterschiede zu erkennen und benennen und Kulturmanager-Nachwuchs zu fördern. Die Kulturmanager stimmen überein, dass allgemein zu wenig für die Förderung der Nachwuchs-Führungskräfte getan wird. Während der Konferenzen wurden folgende Empfehlungen diskutiert:
- Investitionen in jüngere Führungskräfte und die Wertschätzung ihrer neuen Ideen
- Entwicklung von Strategien zur Einbindung von Führungskräften verschiedener kultureller und ethnischer Herkunft, die das aktuelle Gesellschaftsbild reflektieren
- Möglichkeiten schaffen, die das Aussteigen aus dem Berufsleben für die Baby Boommers Generation vereinfachen
- Förderung der Kommunikation unter den Generationen
- Aufbrechen stark hierarchischer Organisationsformen und die Entwicklung hin zu demokratischen Organisationsformen
- Arbeitsplätze schaffen, die Zeit für Familienleben lassen
Um die Kulturinstiutionen gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, ist die Weiterentwicklung und Ausgestaltung dieser Empfehlungen essentiell. Während die Umsetzung dieser Empfehlung zu grossen Teilen in den Händen des Managements liegt, ist die Kommunikation der Generationen untereinander eine Herausforderung für alle Mitarbeiter und wurde entsprechend intensiv diskutiert. Über den sehr offensichtlichen Unterschied im Umgang mit elektronischen Medien und elektronischer Kommunikation hinaus, gibt es weitere durch Erziehung und Zeitgeschehen generationsbedingte Unterschiede insbesondere in den Bereichen Teamarbeit, Sprache, Umgang mit Konflikten und Respekt von Autorität.
Bei allen Unterschieden und Herausforderungen des Generationen-Mixes: Es verbindet die grundsätzliche Motivation und Leidenschaft, Advokaten der Kultur zu sein und die Kultur mit Anderen teilen zu wollen.

Best Practice: Pay It Forward am Columbia Center for the Arts

                                                              Photo c redit : SCO City News Das Prinzip von Pay it Forward ist einfach u...